Zum Inhalt springen →

Digitalisierung und Altenarbeit

»Die Digitalisierungswelle hat längst auch soziale Arbeitsfelder erreicht. Es geht weniger darum ob, sondern vielmehr darum wie und mit welchem Anspruch wir den zukünftigen Herausforderungen begegnen.«

Daniel Hoffmann (Kuratorium Deutsche Altershilfe / Forum Seniorenarbeit Nordrhein-Westfalen) im Vorwort von »Übersicht und Auswahl digitaler Werkzeuge für Quartiers- und Nachbarschaftsarbeit« (siehe weiter unten)

Altenarbeit und Digitalisierung ist kein neues Thema. Durch die Corona-Pandemie ist es aber erneut in den Vordergrund gerückt. Die Berührungspunkte: Für Menschen im dritten Lebensalter, den »jungen Alten«, sind Computer, Tablet und Smartphone wichtige Hilfe im Alltag geworden. Ihre Fragen richten sich beispielsweise auf die Bedienung, auf das Erkennen von Fake-News und auf sicheres Einkaufen im Internet. Sie suchen dann entweder eine Computer-Sprechstunde auf oder schließen sich einem regelmäßigen Computer-Treff an. Das paßt dazu, wie Ältere lernen: Dann, wenn es auf der Tagesordnung steht und gern in einer Gruppe Gleichaltriger – »reflexives Lernen« (nach der Erwachsenenbildnerin Sylvia Kade), Verbesserung der eigenen Computer-Praxis durch den Austausch mit anderen. Das Schöne daran ist, daß so Verbindungen entstehen, die über das Digitale hinausgehen.

Ich erinnere mich an ein Youtube-Video mit einer hundertjährigen Amerikanerin: Auf ihrem Geburtstag hatte sie ein Tablet geschenkt bekommen – und sofort begonnen, ein Gedicht darauf zu schreiben. Bei den Menschen im »vierten Lebensalter«, den »älteren Älteren«, die sich nicht bewußt gegen die Digitalisierung entscheiden, gibt es bestimmt noch Spielräume für die Nutzung von Smartphone oder Tablet. Wo Begegnungen von Angesicht zu Angesicht gerade nicht möglich sind, könnten diese eine Art Notbehelf sein, um nicht ganz auf Kontakte verzichten zu müssen. Hier ist die »Enkel-Oma-Schiene« ein probates Mittel: Ältere genießen es, mit Jüngeren zu tun zu haben, und Jüngere teilen ihr Wissen auch gerne mit Älteren.

Und drittens kann Digitalisierung auch in einem größeren Rahmen Menschen verbinden und den Austausch im Rahmen einer Nachbarschaft unterstützen. Initiativen im bürgerschaftlichen Bereich nutzen, wie es das Forum Seniorenarbeit Nordrhein-Westfalen sagt, digitale Werkzeuge, um Beteiligung zu ermöglichen und um ihre Reichweite zu erweitern. Das ist eine weitere Bedeutung von Digitalisierung: Wenn wir uns in diesem Bereich engagieren, tragen wir dazu bei, daß niemand ausgeschlossen ist, der es nicht will. Digitale Inklusion ist zu einem wichtigen Kriterium für die Altenarbeit geworden.

Links zu Digitalisierung und Altenarbeit

Veröffentlicht in Uncategorized

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.